Aufgeblättert: „Das Rätsel der Rückkehr“

Aufgeblättert: Das Rätsel der Rückkehr. Foto: Esther Kalb (CC BY-NC 3.0 DE)

Aufgeblättert: Das Rätsel der Rückkehr. Foto: Esther Kalb (CC BY-NC 3.0 DE)

„Berauscht von der Explosion
tropischer Farben, Gerüche und Aromen“

Nur Wenigen
ist die Gabe vergönnt,
durch Worte
alle Sinne des Menschen anzusprechen.

Könnte ich malen,
leuchtete die obige Fotografie
nur so von Farben
und filigran verzweigten Mustern.
So stark ist der Eindruck des Textes,
dass er den Drang weckt,
die Emotion nach außen zu tragen.

Identitätssuche,
Heimatlosigkeit,
Exil.
Sie charakterisieren den Inhalt des Textes.
Aber zugleich geht es um so viel mehr.
Zwischen den Zeilen schimmern Lebensfreude
und Glück.
Aber auch Schrecken, Hunger und Einsamkeit
bleiben nicht vor der Tür.

Nur wenige Worte sind nötig. Abgehackte Sätze verstärken den Eindruck. Feuer gegen Eis, Exil gegen Heimat, Jugend gegen Alter. So viele Gegensätze vereinen sich zu einem runden Text. Der Tod des Vaters ist der Auslöser. Der Protagonist kehrt in die Heimat zurück. Und bleibt doch zwischen den Welten. Erinnerungen bringen die Kindheit zurück, aber man sieht ihn als Ausländer im eigenen Land. Er erzählt von Korruption und Gewalt und kann sich doch der Lebendigkeit und Schönheit Haitis nicht entziehen.

Gewidmet ist das Buch
dem Neffen.
Bleiben oder Gehen?
Die Frage zieht sich durch Generationen
von Männern.
Und die Frauen verstecken ihr Leid.

Gemeinsam machen sie sich auf eine Reise.
Lernen das Land kennen und sich selbst.
Am Ende steht die Ankunft.
Oder war alles nur ein Traum?

Ein Beitrag von Esther Kalb

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