„Das war mein Universum“

Patrick Chamoiseau im Interview

Der karibische Autor spricht mit uns über die Aufgabe der Literatur und verrät, welche Rolle Robinson Crusoe für seine Kindheit gespielt hat.

Patrick Chamoiseau bezieht sich zunächst auf die Ur-Robinsonade Robinson Crusoe. Daniel Defoes Roman habe ihn schon seit seiner Kindheit fasziniert, weil die Vegetation der verlassenen Insel der seiner Heimat Martinique ähnle. Außerdem war er begeistert von der Idee, sich und sein Umfeld auf einer einsamen Insel neu erfinden zu können. Allerdings sehe er auch Probleme in Defoes Geschichte, da der erste Robinson sich selbst ins Zentrum aller Lebewesen auf der Insel setze.

Dieses Verhältnis löse er in seinem Roman Die Spur des Anderen auf – und habe somit den Roman Daniel Defoes verlängert und ergänzt. Wichtig ist Chamoiseau hierbei die Erkenntnis, dass alle Lebewesen miteinander in Beziehung stehen. Die Welt heutzutage mit ihren vielen Möglichkeiten sei auch eine Art verlassene Insel, auf der sich der Mensch erst einmal zurechtfinden müsse. Es sei die Aufgabe der Literatur, Orientierung in diesen neuen Verhältnissen zu geben und die Dinge neu in Beziehung zu setzen.

Ein Beitrag von Greta Kaisen und Leonie Nennstiel

Hier kommt der Verfasser zu Wort! Im Gespräch mit den Autor*innen und Übersetzer*innen erschließt sich eine ganz neue Sicht auf die Texte und auf die Arbeit am und im Roman. Wurde viel recherchiert? Gibt es eine Lieblingsfigur? Welche Schwierigkeiten haben sich bei der Übersetzung gestellt?

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