Der Soundtrack zum Gewinnerbuch

Fiston Mwanza Mujila und die Übersetzerinnen Lena Müller und Katharina Meyer erhalten für TRAM 83 den diesjährigen Internationalen Literaturpreis und wir singen und tanzen. Denn so hat es Mujila schließlich gewollt, wenn er sagt, sein Buch sei wie Jazz-Musik.

Fiston Mwanza Mujila bei einer Performance zu seinem Debüt TRAM 83 / Foto: Sophie Sumburane

Kekele: Souvenirs OK

Im kongolesischen Nachtclub TRAM 83 übertönt die Musik die Gespräche, fliegen Sätze und Instrumenten-Sounds durcheinander. Kongolesischer „Schlager“ dröhnt durch die Luft, der beim Lesen vielleicht klingt wie Kekele.

Buraka Som Sistema – Hangover

Fiston Mwanza Mujila sagt, dass während seiner Performance die Musik den Sound des Buches und den Krach der Großstadt symbolisiert, in der es spielt. Darum hier ein bisschen Krach aus einer afrikanischen Großstadt, inklusive bebilderte Lebenslage unter Einfluss zahlreicher chemischer Substanzen.

340ml – Fairy Tales

„Sie trägt keinen Schlüpfer und das fühlt sich merkwürdig an“, singen 340ml und ich finde, schon allein deswegen gehört dieses Lied auch in den Soundtrack. Denn, wie Mujila sagt: In afrikanischer Literatur muss mehr gevögelt werden! (Wird in diesem Lied aber dann doch nicht.) „But we are moving like we don’t have to work tomorrow“ ist schon ein wenig Motto des Buches.

Hugh Masekela – Estival Jazz Festival

Und der südafrikanische Trompeter Hugh Masekela darf natürlich auch nicht fehlen. Für Mujila sei der sehr inspirierend gewesen und ich verstehe warum.

Moreira Chonguica – Ngoma

Doch das wohl wichtigste Instrument für Mujila ist das Saxophon, darum glaube ich: So sollte der Sound im Tram 83 eigentlich klingen.

Papa Wemba & Viva La Musica – Kaokokokorobo

Nach Mujila bilden die Texte der kongolesischen Rumba ihr eigenes literarisches Genre. Und wie der Roman sagt, „In Jazz kann man nicht eintauchen wie in eine Rumba an zairischer Soße.“ Wir tauchen in die Musik des Königs von Kongo-Rumba Papa Wemba ein.

„Bedeutsam am Jazz ist, dass das eine Musik der Freiheit ist. Der Jazz war in Nazideutschland verboten. Er wurde als Dschungelmusik bezeichnet. In Südafrika war der Jazz ein wichtiges Sprachrohr im Kampf gegen die Apartheid und in den USA spielte er eine wichtige Rolle, als es darum ging, eine schwarze Identität zu entwickeln.“Fiston Mwanza Mujila

Buena Vista Social Club – Candela

Wenn Politik doch im Nachtclub gemacht wird, gehen wir zum Club Cuba, „bekannt für seine vierundfünzig Sorten Salsa“.

Franco Luambo – Mario

„Zwischen Jazz und Rumba liegt der Ozean“, heißt es im Buch. Und Franco Luambo liegt in diesem Ozean.

Stella Chiweshe – Mapere

Dann tanzen wir zur Königin der Mbira, Stella Chiweshe, die einmal sagte, das Instrument spielt sie und nicht umgekehrt.

John Coltrane – Equinox

Und dieser Titel von John Coltrane ist so voller Suspense wie Mujilas Buch.

Zusammengetragen von Sophie Sumburane und Katie Bruton.