Ein Wiedersehen mit Claudia Kalscheuer

Eine lange Nacht in Berlin, eine Shortlist und ein Preis – all das umschreibt den Internationalen Literaturpreis im Haus der Kulturen der Welt. Aber was ist eigentlich geblieben, was hat sich verändert und was steht an nach dem internationalen Blätterrausch? Ein Wiedersehen mit vergangenen Preisträgern und Nominierten.

Claudia Kalscheuer wurde 2010 für ihre Übersetzung von „Trois femmes puissantes“ („Drei starke Frauen“, Suhrkamp Verlag 2010) mit dem Internationalen Literaturpreis ausgezeichnet. Foto: © Marcus Lieberenz / bildbuehne.de

Claudia Kalscheuer wurde 2010 für ihre Übersetzung von „Trois femmes puissantes“ („Drei starke Frauen“, Suhrkamp Verlag 2010) mit dem Internationalen Literaturpreis ausgezeichnet. Foto: © Marcus Lieberenz / bildbuehne.de

Was ist Ihnen von der Langen Nacht der Shortlist besonders im Gedächtnis geblieben?

Die Preisverleihung im HKW war ein berauschender Abend, an dem ich etwas neben mir stand. Derart aus dem Schatten ins Licht, aus dem Hintergrund in den Mittelpunkt, aus dem stillen Arbeitszimmer auf eine Bühne zu treten, um mit einem Preis geehrt zu werden, ist in einem Übersetzerleben ein seltenes Ereignis. Am meisten habe ich mich darüber gefreut, mit Marie NDiaye zusammen ausgezeichnet zu werden, denn meine Arbeit als Übersetzerin ist untrennbar mit ihrer Arbeit als Autorin verbunden. Ohne ihr Werk gäbe es meine Übersetzung nicht. Und ohne meine Übersetzung gäbe es ihr Werk nicht auf deutsch. Deshalb finde ich den ILP einen so besonders schönen Preis.

Welchen Effekt hatte die Auszeichnung mit dem Internationalen Literaturpreis in professioneller und persönlicher Hinsicht?

Ein solcher Preis ist auf jeden Fall gut fürs Selbstbewusstsein. In der Branche hat es sich natürlich herumgesprochen, aber ich konnte keinen unmittelbaren Effekt beobachten, ich werde nach wie vor nicht mit Angeboten überschüttet!

An welchen Projekten arbeiten Sie zur Zeit?

Ich fange gerade mit der Übersetzung eines sehr amüsanten, originellen Romans von Antoine Laurain an, Le Chapeau de Mitterrand, der bei Hoffmann und Campe erscheinen wird.

Ein Beitrag von Lisa-Marie Reingruber

Mehr zu Drei starke Frauen, Marie NDiaye und Claudia Kalscheuer.