Menschen, Tiere und seltsame Materie

Zum Mensch-Sein in der (deutsch-)ungarischen Erzählliteratur

 

Die vielen verschiedenen Facetten des Menschen

Die vielen verschiedenen Facetten des Menschen

Wer ist mächtiger – die Natur oder der Mensch? Und was ist menschlicher – das ‚tierhafte‘ Wesen des Menschen oder ein Verhalten, bei dem jeglicher Instinkt und jegliche Triebhaftigkeit unterdrückt werden?Wenn man den Menschen definieren möchte, muss man sowohl seine ‚Tierhaftigkeit‘ als auch seine ‚Humanität‘ berücksichtigen und darf weder seine ‚geistige‘ noch seine ‚körperliche‘ Seite vergessen. Literarische Texte reflektieren diese Konstellationen in unterschiedlichen Kombinationen: Wenn, wie in Ernst Weiß‘ Tiere in Ketten, die Natur die Überhand über die abgewirtschaftete Kultur erlangt und daher auch über den Menschen; wenn, wie im Woyzeck, die Triebe letztlich den Menschen bestimmen und nicht andersrum.

Die Erzählbände Als nur die Tiere lebten der ungarischen Autorin Zsófia Bán und Seltsame Materie der deutsch-ungarischen Schriftstellerin Terézia Mora ähneln sich sowohl auf inhaltlicher als auch auf sprachlicher Ebene – doch vermitteln sie auch ein ähnliches Verständnis vom Menschen? Durch die Gegenüberstellung der Menschenbilder in den Erzählungen, welche während oder nach der Zeit des Eisernen Vorhangs und oft in Ungarn spielen, nähert sich die Blog-Redakteurin Jacqueline Thör in dem folgenden essayistisch-wissenschaftlichen Text der großen Frage, was uns die literarischen Texte über das Mensch-Sein erzählen.

Was ist menschlich? Ein Essay von Jacqueline Thör

Ein Beitrag von Jacqueline Thör

Fotos: Jacqueline Thör, CC BY-NC-SA 4.0 DE

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