„Rückkehr nach Recklinghausen“

Birthe Mühlhoff im Gespräch mit dem Eribon-Übersetzer Tobias Haberkorn

Didier Eribon, französischer Soziologe und Intellektueller, beschreibt in „Rückkehr nach Reims“ seine Jugend in der Provinzstadt. Tobias Haberkorn hat das Buch ins Deutsche übertragen.

Eribon schildert, wie er im Arbeitermilieu einer Stadtrandsiedlung von Reims aufwächst. Seinem „statistischen Schicksal“ zum Trotz bricht er die Schule nicht ab wie die meisten Kinder aus seinem Viertel – man ging „bis vierzehn zur Schule, weil es Pflicht war, und dann nicht mehr, weil es keine Pflicht mehr war“. So auch seine Brüder, die eine Mechaniker- und Metzgerlehre machen. Eribon verlässt Reims, geht nach Paris, studiert Philosophie, forscht zu Homosexualität und schreibt eine Biografie von Michel Foucault. Über das Milieu, aus dem er kommt, spricht und schreibt er lange nicht. Erst die Beerdigung seines mitunter gewalttätigen und latent homophoben Vaters, zu der er nicht hinging, veranlasst ihn zu einer Rückkehr nach Reims.

Birthe: „Rückkehr nach Reims“ ist zum Theorie-Bestseller des Jahres 2016 geworden. Das Buch hat sich bis jetzt 75.000 Mal verkauft. Hast Du mit einem derartigen Erfolg gerechnet?

Tobias: Natürlich, sonst hätte ich es Suhrkamp ja nicht vorgeschlagen! Nein im Ernst, ich habe das Buch selbst erst 2014 entdeckt – in Frankreich war es schon 2009 erschienen –, als ich eine Rezension der englischen Übersetzung las. Dann ging es allerdings ganz schnell. Nach zwanzig Seiten Lektüre wusste ich, dass ich dieses Buch unbedingt übersetzen wollte, und habe auch gleich damit angefangen. Mein Exposé wurde vom Goldschmidt-Programm angenommen, durch das ich später einige Verleger traf. Dass die Mischung aus genealogischer Aufarbeitung und vehementer Politisierung der eigenen Lebensgeschichte, wie Eribon sie betreibt, in Deutschland gut ankommen könnte, hatte ich gehofft – oder mir vielmehr gewünscht. Ich dachte mir, das ist ein Buch, das Deutschland gut gebrauchen kann.

Birthe: Soweit ich weiß, ist das angesehene Goldschmidt-Stipendium, das jährlich an zehn Übersetzer aus Deutschland und Frankreich unter 30 vergeben wird, die sich dann als Tandempartner gegenseitig unterstützen, vor allem für literarische Übersetzungen (Romane, Theaterstücke, Novellen) vorgesehen. Inwiefern tanzte Dein Projekt da aus der Reihe?

Tobias: Es war in meinem Jahrgang tatsächlich das einzige Sachbuch. Allerdings ist die erzählerische Komponente bei Eribon so stark, dass es allen von vorneherein einleuchtete, es „Literatur“ zu nennen. Frank Heibert, der das Programm 2015 leitete, hat mein Projekt sofort gemocht und gefördert. Mein Tandempartner Benjamin Pécoud übersetzte Hermann Burgers „Schilten“ ins Französische. Das ist eine völlig verrückte, klaustrophobe Fiktion über einen todessüchtigen, vereinsamten Schullehrer in einem Schweizer Bergtal. Es ist also etwas völlig anderes – und doch standen wir vor ähnlichen Herausforderungen. Wir hatten beide die Schwierigkeit, besonders lange Sätze in die jeweils andere Sprache bringen zu müssen.

Birthe: Und dann hast Du Suhrkamp angesprochen…?

Tobias: Ein erstes Exposé hatte ich Suhrkamp schon vor dem Goldschmidt-Programm zukommen lassen. Es schien mir einfach der passende Verlag zu sein. Das Programm hat meinem Vorhaben dann nochmal Nachdruck verliehen. Es gab im Frühjahr 2015 auch noch einen anderen Verlag, der das Buch hätte haben wollen… Heinrich Geiselberger von der edition suhrkamp hat aber am schnellsten reagiert. Der ganze Vorgang ist schon kurios, denn inzwischen habe ich erfahren, dass die großen deutschen Sachbuchverleger „Rückkehr nach Reims“ 2009, als es ihnen auf regulärem Verlagsweg angeboten worden war, schon einmal abgelehnt hatten.

Birthe: Gibt es denn einen persönlichen Bezug, der Dich motiviert hat, dieses Projekt so hartnäckig zu verfolgen?

Tobias: Mein unmittelbarer Bezug zu Eribons Buch waren die Themen Klassenscham und „sozialer Überläufer“. Ich komme zwar nicht aus einer Arbeiterfamilie wie Eribon, aber aus einer westdeutschen Provinz, in der es eine Distanz zu philosophischen Studienfächern, zur Arbeit und zum Habitus von Intellektuellen gibt, die der im Buch beschriebenen nicht unähnlich ist. Die Erfahrung des Übergangs in eine völlig andere soziale Sphäre, die ich mit Anfang zwanzig zuerst in Berlin und dann in Paris gemacht habe, wird von Eribon ziemlich drastisch beschrieben. Dabei ist seine Darstellung so analytisch, dass man sich auch mit einem ganz anderen biografischen Hintergrund in sie hineinversetzen kann.

Birthe: Das stimmt. An einer Stelle sagt er sinngemäß: Das beste Anzeichen dafür, dass man aus einem bildungsbürgerlichen Elternhaus kommt, ist, wenn einem das Gefühl von Klassenzugehörigkeit fremd ist. Ich muss gestehen: Damit konnte ich mich identifizieren. Ich komme aus einer Familie, in der man Geisteswissenschaften zwar nicht selbst studiert, es aber sehr begrüßt wird, wenn sich die Kinder dafür entscheiden. Dass ich in die totale Mitte der Gesellschaft hineingeboren wurde, war mir schon früh vage bewusst, und wurde mir spätestens vollends klar, als ich anfing, meine Freunde, die aus Duisburg-Marxloh kamen, zu Hause zu besuchen. Aber es gibt andere Dinge, die merkwürdig abwesend waren: Geld zum Beispiel. Es gab keinen Mangel an Geld und keinen zur Schau gestellten Überfluss. Geld war einfach nur ein Zahlungsmittel, es hatte keine eigene Substanz.

Tobias: Dass man zu einer identifizierbaren Gruppe oder Klasse gehört oder gehört hat, wird einem wohl immer erst dann bewusst, wenn man sich aus der Homogenität der eigenen Gruppe hinausbewegt hat. Das geschieht bei manchen Leuten aus biografischen Gründen schon sehr früh, bei anderen nie – einfach, weil sie dazu keinen Anlass haben. Eribons Ansatz besticht meiner Meinung nach dadurch, dass er einerseits auf einer ökonomischen Klassenordnung der Gesellschaft insistiert – dabei geht es dann ganz schnöde ums Geld, das man hat oder braucht –, andererseits aber auch auf kulturellem Kapital. Man kann ja auch neureich und ungebildet sein und deswegen von Kreisen, zu denen man gerne gehören würde, abgelehnt werden; die Subjektivierungsweisen sind vielfältig. Mit seinem intersektionalen Ansatz, sowohl die sexuelle als auch die kulturelle und Klassenidentität zu bedenken, bietet Eribon eine Blaupause für ganz viele gesellschaftliche Abgrenzungs- und Zugehörigkeitsprozesse. Als Leser kann man sich also auf ganz verschiedene Weisen mit seinem Buch identifizieren. Ich bin mir ziemlich sicher, dass darin auch der eigentliche Schlüssel für den gewaltigen Erfolg liegt, und zwar gerade unter Berliner Intellektuellen. Mindestens jeder zweite Berliner ist schließlich ein Sozialmigrant, der die beschriebenen Mechanismen des Milieuwechsels, wenn auch in abgewandelter Form, selbst erlebt hat. Interessant finde ich, dass dieser Aspekt in der Rezeption nur am Rande vorkommt. Es werden große Thesen aus dem Buch herausgezogen, dass es sich aber um die Geschichte einer tiefen subjektiven Verunsicherung handelt, dass wir Zeuge einer Subjektivierung durch das Schreiben werden und dass man sich als Leser genau diesen Prozess zu eigen machen kann, wird selten bemerkt. Vielleicht hängt das mit dem psychologischen Kern des Buches zusammen. Die Scham, von der Eribon immer wieder spricht – und die das eigentliche Zentrum seiner Theorie ausmacht, viel mehr noch als die Frage nach dem Erfolg der Rechtsextremen –, gibt ihm (und seinen Lesern) auch ein psychologisches Erklärungsmuster dafür, warum sie vieles nicht tun oder sagen, was sie eigentlich gerne tun oder sagen würden.

Birthe: Ich denke zurzeit viel über „Dinge zweiter Ordnung“ nach. Die Frage Schopenhauers: Kann ich wollen, was ich will? Als ich Eribon las, hatte ich das Gefühl, dass das nicht nur ein Buch über Scham ist, sondern dass Eribon vielmehr darüber Zeugnis abgelegt , wie es ist, sich für die eigene Scham zu schämen. Eribon schämt sich für seine Herkunft, aber auf einmal eben auch dafür, dass er sich so lange seiner Herkunft geschämt hat. Und das ist eine schmerzhafte, aber auch befreiende Erfahrung. (Auf den eigenen Stolz stolz zu sein führt hingegen vermutlich nirgendwohin.)

Tobias: Ja, die „Scham über die Scham“ ist auch ein ganz zentraler Punkt in seinem neuen Buch Gesellschaft als Urteil. Ich denke über den Eribon’schen Schamkomplex immer noch nach. Einerseits handelt es sich bei Schamgefühlen um etwas so Fundamentales, dass ihre Theoretisierung allein schon ein soziologischer oder psychologischer Verdienst ist. Andererseits spreche ich auch immer wieder mit Leuten, die Scham als einen psychologischen Beweggrund einfach ablehnen. Sie werfen Eribon dann sozusagen ethisches Versagen vor, weil er sich ein halbes Leben lang für seine Familie geschämt hat. Vielleicht hat die Einstellung zu dieser Frage viel mehr mit der jeweils eigenen Lebensgeschichte zu tun, als die Leute glauben wollen.

Birthe: Spielt bei dem Erfolg des Buches in Deutschland vielleicht auch mit hinein, dass es immer einfacher ist, über Missstände zu reden, wenn sie nicht im eigenen Land stattfinden? Hätte „Rückkehr nach Recklinghausen“ eine ähnliche Wirkung gehabt?

Tobias: Interessante Frage. Es sind ja seit Mai 2016 auch ein paar Bücher von deutschen Autoren erschienen, die ebenfalls versuchen, die Fragen nach sozialen Klassen oder zumindest sozialer Stratifizierung wieder auf die Tagesordnung zu setzen. (Ich denke an die Erzählungen von Christian Baron und Daniel Schreiber oder an den Essay „Abstiegsgesellschaft“ von Oliver Nachtwey). Natürlich sind das andere Bücher mit anderen Qualitäten. Aber es ist schon denkbar, dass deutsche Rezensenten einen Autor aus Recklinghausen nicht ganz so ernst genommen hätten – einfach deshalb, weil die Hemmschwelle, über soziale Klassen zu reden, in der jeweils eigenen Gesellschaft immer am größten ist. Bei Eribon kommt als Verfremdungselement hinzu, dass er Franzose ist, und man kann bei allem, was er sagt, den nicht immer berechtigten Zusatz „dass in Frankreich alles anders ist“ einfügen. Überhaupt hat der Frankreich-Effekt eine Rolle gespielt. Die ersten Rezensionen haben Eribon ja, völlig frankophil, als neuen „Meisterdenker“ aus Paris gefeiert. Das war zwar super für das Buch, irgendwie aber auch schräg, denn gerade den Meisterdenkergestus lehnt Eribon nach eigenem Bekunden ab. Eine andere Frage ist die, ob man in Deutschland überhaupt einen Soziologen finden würde, der zugleich literarisch anspruchsvoll, subjektiv und abstrakt über seine persönliche Geschichte schreiben wollte (oder auch nur könnte).

Birthe: Ich finde, die Sprache hat manchmal etwas Staksiges. Wenn der junge französische Autor Edouard Louis schreibt, dass es sich um ein „überwältigendes literarisches Werk“ handelt, dann will ich fast sagen: nein. So schön geschrieben, so toll aufgezogen ist die Geschichte nicht. Doch darin liegt natürlich auch eine eigene Kraft, die man (aus Mangel an besseren Alternativen) „Authentizität“ nennen könnte. Da schreibt eben kein Schriftsteller, sondern einer, der Soziologe wurde – und folglich auch wissenschaftliche Begriffe ins Spiel bringt, um sich die eigenen Erfahrungen soziologisch verständlich zu machen. Ich habe den Eindruck, dass umgekehrt Eribon dadurch auch den Geisteswissenschaften wieder zu einer neuen „Authentizität“ verholfen hat.

Tobias: Zum Stil Eribons gibt es radikal gegensätzliche Meinungen. Im Merkur hat Dirck Linck seinem Ton und Duktus etwas geradezu Kafkaeskes attestiert, gerade las ich in einer großartigen Rezension von Peter Birke, wie „brüchig“ und „rissig“ der Text strukturiert sei, und dass gerade darin seine Qualität liege. Natürlich gibt es auch Stimmen, die sich über den soziologischen Jargon beschweren. Mein Eindruck war, dass Eribon an vielen Stellen auf eine bewusst politische Rhetorik abzielt. Da geht es dann ganz stark darum, gewisse Schlüsselwörter zu verwenden oder zu vermeiden, um sich politisch zu positionieren. Ich weiß nicht, ob die Authentizität, die der Text zweifellos hat, direkt auf das Stilregister zurückzuführen ist. Wichtiger sind, glaube ich, das Thema, die Subjektivierung, die radikale Offenlegung der eigenen Geschichte. Als ich im November bei seiner Lesung in der Rosa-Luxemburg-Stiftung war, wurde dieser Aspekt – auf subjektive, autobiografische Weise Sozialwissenschaft zu betreiben –, geradezu als eine Erlösung gefeiert. Vielleicht löst das Buch bei vielen Sozialwissenschaftlern eine Sehnsucht aus, sich offener und persönlicher ausdrücken zu können.

Birthe: Wie war es, Eribon zu übersetzen?

Tobias: Es war, das klang ja gerade schon ein wenig durch, ziemlich anspruchsvoll. Ich würde sagen, es gibt im Text mindestens drei Stillagen. Einen eindringlichen, nüchternen und manchmal etwas düsteren Stil für die Erzählpassagen; einen ultrabewussten, hochpolitischen Gebrauch soziologischer Fachsprache; und polemische Kritik an Kollegen oder Gegnern im intellektuellen Feld. Auf allen drei Ebenen gab es andere Arten von Schwierigkeiten. Der Erzählstil ging mir wahrscheinlich am leichtesten von der Hand; da hatte ich den Eindruck, ein Gefühl für den richtigen Ton zu besitzen. Die polemischen Passagen waren knifflig, weil ich hier manchmal ein bisschen abstrakter werden musste, um die Schattenkämpfe, die der Text an manchen Stellen mit gar nicht namentlich genannten Kontrahenten führt, irgendwie verstehbar zu machen. Bei den soziologischen oder politikwissenschaftlichen Analysen ging es dann vor allem um Präzision und ein Mindestmaß an Eleganz. Französische Sätze können ja relativ einfach um immer noch einen weiteren Zusatz verlängert oder Einschub verzweigt werden. Im Deutschen ist die Syntax starrer. Solche Sätze in ein flüssiges Deutsch zu bringen, ohne die Differenziertheit zu verlieren, das war eine ziemliche Herausforderung.

Birthe: Standst Du in Kontakt mit Didier Eribon, während Du das Buch übersetzt hast?

Tobias: Ich hatte ihn einmal kurz in Paris getroffen, nachdem der Verlag die Rechte gekauft hatte. Wir standen also in Kontakt. Bei der eigentlichen Übersetzungsarbeit gab es dann eigentlich keinen Austausch – ganz einfach deshalb, weil es keine semantisch unklaren Stellen gab. Außerdem spricht oder liest Eribon kein Deutsch, was mich vor der potenziell unangenehmen Situation bewahrt hat, vom Autor gegengelesen zu werden. Seit das Buch erschienen ist, schreiben wir uns aber regelmäßig.

Birthe: Kürzlich hast Du Deine literaturwissenschaftliche Doktorarbeit verteidigt, die Du im Rahmen einer Cotutelle de thèse in Deutschland und Frankreich geschrieben hast. Darin beschäftgst du dich mit dem Überbordenden und Überschwänglichen.

Tobias: Überbordend klingt schön, trifft es sicher auch, ich würde es aber ein bisschen allgemeiner formulieren. Mir ging es darum, das Problem des „information overload“, von dem vor ein paar Jahren überall die Rede war, als ein poetologisches und ästhetisches zu fassen und dann auf einzelne literarische Texte zu übertragen. Ein extrem komplexer Text ist eben auch ein Overload, das gilt für Autor und Leser gleichermaßen. Da gibt es dann interessante rekursive Effekte – wie prozessiert ein Text ein Übermaß, wie stellt er es dar und reproduziert es dadurch, wie gehen die Leser damit um… und so weiter. Im Grunde versuche ich, eine Verbindung zwischen hermeneutischer Literaturwissenschaft und Techniken des Informationsmanagements, der Datenanalyse, der informatischen Sprachprozessierung herzustellen, beginne damit allerdings auf der hermeneutischen Seite. Mit Eribon hat das alles wenig zu tun – ich habe ihn auch deshalb übersetzt, weil ich auf halber Strecke meiner Dissertation den Drang verspürt habe, mal wieder etwas Politisches zu machen.

Birthe: Wo Du von Overload sprichst… Hast Du weitere Pläne für Übersetzungen?

Tobias: Gerade arbeite ich an Eribons nächstem Buch Gesellschaft als Urteil, das noch in diesem Jahr bei Suhrkamp erscheinen soll. Ziemlich bald sollte auch meine Übersetzung von Ryan Trecartins The Re’search im Merve Verlag erhältlich sein. Das ist definitiv ein „exzessiver“, überbordender poetischer Text. (Ursprünglich hatte ich ihn für die Münchner Kammerspiele übersetzt; die Inszenierung von Felix Rothenhäusler ist seit letztem Herbst auf dem Spielplan). Und dann gibt es natürlich noch eine paar Geheimprojekte …

 


Birthe Mühlhoff, geboren 1991, studierte Philosophie und Kunstgeschichte (BA) an der Universität Hamburg, und schließt zurzeit ihr Masterstudium Philosophie in Paris ab. 2016 erschien der von ihr mitherausgegebene Sammelband Euro Trash im Merve Verlag, ein Buch über die Krise in Europa. Essays, Kritiken und Gedichte erschienen unter anderem in Polar, Die Epilog, Missy Magazine. Für die HfbK Hamburg schreibt sie einen Blog.
Tobias Haberkorn, geboren 1984 in Osthessen, studierte Kommunikationswissenschaft, Mathematik, Philosophie und Literaturwissenschaft in Darmstadt, Berlin und Paris; promovierte 2016 in Literaturwissenschaft an der EHESS Paris und der FU Berlin mit einer Arbeit über das „Zuviel“ in der Literatur. Journalistische und literarische Texte für FAS, FAZ, Süddeutsche Zeitung, Merkur, L’Editie, Belletristik, Dialog und andere. Dozent für kreatives Schreiben an der FU Berlin. Drehbuch, Dramaturgie und Performance bei Filmen von Pauline Curnier Jardin und Alexander Sand. Stipendiat des Goldschmidt-Programms, seit 2015 Übersetzer.