Wie sollte ein Rezipient Texte lesen – mit oder ohne Hintergrundwissen zum Autor?

Im Interview

Ein neues Buch in der Hand zu halten, kann für den Leser vieles bedeuten: Vorfreude, Spannung, Ungewissheit. Vielleicht löst es sogar einen Zwiespalt aus. Warum? Neben dem Design sind auch der Titel des Werkes und zumeist der Name des Autors dominant auf einem Buchcover. Sollte man sich als Rezipient über den Autor informieren, bevor man dessen Buch liest? Titel und Autor werden zwangsläufig in Verbindung gebracht – oder nicht?
Der Auffassung von Roland Barthes (u.a. Semiotiker, Schriftsteller) und Michel Foucault (Philosoph, Begründer der Diskursanalyse) folgend, sollte ein Text immer für sich selbst stehen. Inwieweit teilen die Autoren des Internationalen Literaturpreises 2015 diese Einstellung?
Sollte ein Rezipient einen Text lesen und gleichzeitig die Biografie des Autors kennen, diesen vielleicht danach interpretieren? Oder würde das womöglich den Text verfälschen?
Neben einigen Autoren des ILP (Daša Drndić, NoViolet Bulawayo, Patrick Chamoiseau) sollten auch Übersetzer (Brigitte Döbert, Blanka Stipetić) zu Wort kommen. Sie beurteilten dieses Thema aus Sicht eines Rezipienten.

Ein Beitrag von Jana Leonhardt