wieder lesen: Als nur die Tiere lebten

Galerie der Wörter: Schwarz auf weiß stehen sie da. Ein Blick genügt. Wörter werden lebendig. Bekommen Beine, Gesichter, Farben. Verknüpfen sich mit Emotionen, Vorstellungen, Gedanken. Sprache nimmt Gestalt an, wird zu Bildern.

Die Erzählungen aus Als nur die Tiere lebten von Zsófia Bán spielen zum größten Teil in Ungarn, dem Geburtsland der Autorin. Nicht selten durchwandern die Figuren die einsamen, engen und verfallenen Straßen des Landes. Nicht selten ist auch das Innere der ProtagonistInnen zerrissen und baufällig wie die Hauswände der leeren Gebäude.

Als nur die Tiere lebten von Zsofia Bán, ein Foto von Melina Grundmann (CC BY-NC 3.0 DE)

Verlassene Häuser in der ungarischen Stadt Györ: Als nur die Tiere lebten von Zsófia Bán. Foto: Melina Grundmann (CC BY-NC 3.0 DE)

„[…] als sie gewohnheitsgemäß ihre Hand hinausstreckte, um durch das Tramfenster die verfallenden Hauswände in der engen, kurvigen Straße zu berühren, hatte sie plötzlich das Gefühl, ihr eigenes Leben zu berühren, das sich zwischen genau solchen engen und verfallenden Wänden in genau solchen namenlosen, engen und verfallenden Straßen abspielte.“ (Zsófia Bán: Als nur die Tiere lebten, S. 59)

Ein Beitrag von Melina Grundmann, Jaqueline Thör, Lisa Schüler, Alina Bäcker, Karolin Breitschädel

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