“I want anybody to pick it up and be able to see themselves in it”

NoViolet Bulawayo im Interview

Warum brauchen wir neue Namen? Und wieso schreibt man als erwachsene Frau aus der Sicht eines Kindes? Im Interview spricht die Autorin mit uns über den Titel ihres Buches, über die Notwendigkeit, Kindern und Frauen eine Stimme zu geben, und darüber, warum sie erst nach Jahren in der Lage war, in ihr Heimatland zurückzukehren.

Ein Beitrag von Jacqueline Thör und Tatjana Tempel

NoViolet Bulawayo erzählt uns, dass sie „Wir brauchen neue Namen“ zu der Zeit schrieb, in der ihr Heimatland Simbabwe auseinanderfiel und sie daher das Gefühl hatte, dass nicht nur eine neue Regierung nötig war, sondern es auch an der Zeit war, als Nation noch einmal neu auf sich zu schauen und die eigenen Schicksale zu überdenken. Zudem sei das nationale „Wir“ nicht auf einen Ort oder eine Zeit beschränkt, sondern universell und auf jeden übertragbar.

Dass sie die Geschichte aus der Kinderperspektive geschrieben hat, ist für die Autorin nur natürlich: Schließlich habe sie Simbabwe nur als Kind erlebt, bevor sie als Jugendliche in die USA auswanderte. Außerdem, betont sie, sei es ihr wichtig, Kindern und Frauen eine Stimme zu geben, und es mache ihr darüber hinaus auch einfach Spaß, aus der Sicht von Heranwachsenden zu schreiben.

Simbabwe spielt für die Autorin in vielerlei Hinsicht immer noch eine große Rolle und so erzählt Bulawayo, dass sie erst nach 14 Jahren wieder in der Lage war, nach Hause zurückzukehren, um dann festzustellen, dass das Land nicht mehr dasselbe wie früher war. Dennoch „home is still home“, sagt sie, und hofft auf die Zeit, zu der die Lage wieder stabiler wird.

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