Soundtrack zum Buch: Nach der Ewigkeit


21. August 2018
von

Wir haben für jeden Titel aus der diesjährigen Shortlist einen kleinen Soundtrack zusammengestellt. Es geht weiter mit Maxim Ossipows Nach der Ewigkeit.



Rainald Grebe – Landleben

Maxim Ossipows Kurzgeschichtensammlung beinhaltet elf Erzählungen und ist damit nicht einfach so auf ein Thema herunterzubrechen. Was jedoch alle Geschichten eint, ist das leicht zynische, schwarz-humorige Hurray auf die Provinz, welches sich ganz wunderbar mit Rainald Grebe illustrieren lässt. Es ist einfach, monoton, rückständig und wenig weltgewandt und doch zeigt sich in den meisten Figuren eine tiefe Liebe zu ihrer Provinz, im Angesicht des Todes:

„Zwar schaue ich mich manchmal um, aber nicht nach der Vergangenheit, sondern, um zu sehen, was mich gerade umgibt: wie mir das alles fehlen wird! Die Felder, die Weiten drüben am anderen Flussufer.(…) Ich habe nicht besonders viel gesehen und gehört, aber fehlen wird mir vieles.“

Der Erdkundelehrer ist der einzige, der im Dorf die Welt kennt, doch das ist egal, denn der stirbt eh bald an Krebs.

Zugezogen Maskulin – Was für eine Zeit

Eine Vokabel, die auf Ossipows Geschichten auch zutrifft, ist „verstörend“. Ebenso wie „Was für eine Zeit“ von Zugezogen Maskulin. Der Titel war eine der Fragen, die mir beim Lesen der Erzählungen immer wieder durch den Kopf ging: In was für einer Zeit leben wir eigentlich? Es herrscht kein Krieg, wir haben keine größeren Sorgen als die Frage, was wir heute zum Abendbrot essen (und nicht ob) und doch werden „ganz normale“ Menschen zu Mördern. Wie soll man auch sonst die Zeit totschlagen?

Alla Pugacheva – Million Roses

Da Ossipow für seine Erzählungen auf ein spezifisch russisches literarisches Mittel zurückgreift, Skas (Figuren werden in lakonischer Kürze und mit wenigen Worten äußerst lebendig gezeichnet und sind an ihren ganz eigenen erzählerischen Sounds zu erkennen), enthält auch der Soundtrack natürlich ein spezifisch russisches Stückchen Sound.